Jekyll Express

August 28, 2006

Aus gegebenen Umständen ist Dr. Jekyll In den letzten Monaten ja mehr mit dem Zug durch deutsche Landen gereist als die 35 Sommer zuvor (bisher hielt ich das ganze nur für Penner, Pendler und Pakete das angemessene Reisemittel). Wie ich jetzt aber zugeben muß, ist die Bahnfahrerei (falls alles klappt) gar nicht sooo übel.

Und ich habe dazugelernt, muß ich jetzt erzählen!

1. Es gibt wenige deprimierendere Anblicke als einsame, verwucherte Provinzbahnsteige in der Dämmerung bei Regen.

2. Die einzigen kontaktfreudigeren Orte nach Bordbistros sind das Oktoberfest und Bordelle.

3. Elf Minuten Verspätung sind nicht viel, aber zuviel, wenn der Anschluß nur sechs Minuten wartet.

4. Es gibt in Zügen keine Promillegrenze (siehe 2.).

5. Die Stewards wollen immer nur das Ticket sehen, bringen aber niemals Erdnüsse.

6. Kurz “rechts ran fahren” geht nicht.

7. Kein verdammtes Klo der Welt stinkt so erbärmlich nach Pisse wie die Herrenkloacke am Bahnhof Offenburg.

8. An Flughäfen sieht man schönere Menschen als auf Bahnhöfen.

9. Im Cisalpino müffelt es penetrant nach Patchouli.

Hab ich wichtige Details vergessen?

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3 Responses to “Jekyll Express”

  1. Frau M. Says:

    Sehr geehrter Herr Blähdorn!
    Zugfahren war, ist und bleibt Kacke!
    Keine Diskussion!
    Abgesehen davon sehen alle Zugbegleiter (Schaffner ist ja politisch so korrekt wie Frisöse…) aus, als würden sie sich am liebsten selbst vor ihr Dienstfahrzeug werfen. Und wie ich finde: zu Recht!
    Ich plädiere leidenschaftlich für das Autofahren.
    Alleine in einem 250 PS-Flitzer auf der gaaanz linken Spur.
    Kippe an, Kickdown, gesetzter Blinker und Lichthupe!
    Dazu coole Mucke und das Wissen, am Zielort wartet (…).
    Ach, Herr Dr. Zuch!
    Das sindse: die Träume einer 50-PS-Clio-Rostschüssel-gerade-nochmal-TÜV-gekriegt-Fahrerin!
    In diesem Sinne,

    tuttuuut,

    Frau M.

  2. Dr. Jekyll Says:

    Verehrte Frau M(umacher),

    noch tief sitz der Schrecken der letzten Fahrt als Ihr Sozius (mit meinem Auto!). Zu Kickdown, Kippe, Blinker und Mucke sollte noch die Bierflasche in Ihrer Hand erwähnt werden, mit der Sie den überholten auf der Autobahn zuprosteten. Das war zwar die A81, man fühlte sich aber eher an Monza erinnert (Herr S. und meine Wenigkeit wurden ja immer bleicher).

    Wenn ich auch jetzt noch des nächtens schweissgebadet aufwache, erinnere ich mich trotzdem gerne an das Ziel und die folgenreiche Verabredung dieses Tages.

    In diesem Sinne,

    Tuttuuut!

  3. Frau M. Says:

    Verehrter Herr Dr. Junge-hab-ich Schiss-im Auto!
    Besagte Autobahnfahrt schlummert in meiner Erinnerung in der Kategorie: “Gemächlich über deutsche Autobahnen getuckert Teil I-V”. Kann mich aber auch irren…
    Und Sie wissen ja, was man über bleiche Jungs sagt?
    Nein?
    Ich auch nicht.
    Aber lustig war’s allemal und der Biervorrat auf der Rückbank schwand proportional zur Erhöhung der Geschwindigkeit.
    War folglich nur in Ihrem Sinne.
    Die Leber dankt’s und man fühlt sich plötzlich arg lebendig, wenn man am Zielort ist.
    Jung und gefährlich… die Fingernägel in den Sitz gekrallt!
    Bis zur nächsten Fahrt grüßt Sie herzlich Ihre
    Waltraud M. Röhrl

    Wruuummm!


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