Archive for August, 2006

Neues aus der Fortpflanzungslehre

August 30, 2006

cbdf_black_baby_jpeg.jpgAufsatz eines 9-jährigen zum Thema “Fortpflanzung”

(Orginale Abschrift)

Die Pfortpflanzung

Weil es immer wieder forkomt, das Menschen einfach sterben, mus es neue geben. Das ist der Beischlaf.
Eigendlich schläft man aber nicht, sondern ist mit dem Herzen und mit seinem Penis und seiner Wagina ganz doll am machen. Ich habe meine Eltern im Wohnzimmer gesehen, wo sie gebleischlaft haben. Mein Papa hat furchtbar gestönt und meine Mami hat geheult, dabei ist von uns noch gar keiner tot. Filleicht haben sie aber geübt, weil meine Oma schon zimlich alt ist. Und weil ich gemerkt habe, das sie dreimal in der Woche üben stirbt die Oma filleicht bald. Im Nachttisch von meiner Mutter habe ich Tableten gefunden. Papa fragt sie immer, ob sie die Pille schon genommen hat. Bestimt ist sie auch krank aber sie get nicht zum Azt. Aber wenn sie so doll am üben sind komt bestimt bald ein neues Wesen auf die Welt.
Ich wünsche mir ein Kaninchen.
Die Pfortpfalnzung des Menschen geschiet durch Samen. Die Blumen und Sträucher und Bäumer müssen müssen oft gegossen werden und meine mama duscht jeden Tag.
Dann wächst filleicht alles schneller.
Das neue Wesen wächst im Bauch, aber weil Mami krank ist, macht es diesmal filleicht mein Vater. Sein Bauch ist schon gröser geworden aber er hat uns noch nichts veraten.
Wenn das neue Wesen auf die Welt kommt, muß es zuerst durch die Wagina und ist ganz klein und weiss.
Die Neger kommen bestimmt durch den Popo.

EDUARD

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Jekyll Express

August 28, 2006

Aus gegebenen Umständen ist Dr. Jekyll In den letzten Monaten ja mehr mit dem Zug durch deutsche Landen gereist als die 35 Sommer zuvor (bisher hielt ich das ganze nur für Penner, Pendler und Pakete das angemessene Reisemittel). Wie ich jetzt aber zugeben muß, ist die Bahnfahrerei (falls alles klappt) gar nicht sooo übel.

Und ich habe dazugelernt, muß ich jetzt erzählen!

1. Es gibt wenige deprimierendere Anblicke als einsame, verwucherte Provinzbahnsteige in der Dämmerung bei Regen.

2. Die einzigen kontaktfreudigeren Orte nach Bordbistros sind das Oktoberfest und Bordelle.

3. Elf Minuten Verspätung sind nicht viel, aber zuviel, wenn der Anschluß nur sechs Minuten wartet.

4. Es gibt in Zügen keine Promillegrenze (siehe 2.).

5. Die Stewards wollen immer nur das Ticket sehen, bringen aber niemals Erdnüsse.

6. Kurz “rechts ran fahren” geht nicht.

7. Kein verdammtes Klo der Welt stinkt so erbärmlich nach Pisse wie die Herrenkloacke am Bahnhof Offenburg.

8. An Flughäfen sieht man schönere Menschen als auf Bahnhöfen.

9. Im Cisalpino müffelt es penetrant nach Patchouli.

Hab ich wichtige Details vergessen?

Viva la Mexico

August 25, 2006

mexico_coat_of_arms.JPGHab mich etwas schlau gemacht über die Heimat meines neuen Freundes aus dem Land der Enchiladas und Quesadillas. Und da ich heute nur bis High Noon im Büro bin und nicht mehr viel ernsthaftes verrichten werde, bekommt Ihr, liebe Leser, jetzt eine Kurzfassung von Mexico City (Achtung, es wird wichtiges weggelassen und unnötiges ergänzt!).

Los gehts. Gegründet wurde die Stadt von den alten Azteken, die sich dort vor unendlich langer Zeit niedergelassen haben. Die wanderten eigentlich früher eher durch die Gegend (man will ja was sehen von der Welt), aber das war ihren Priestern doch zu anstrengend. So erzählten sie ihrem Volk, man solle sich doch an dem nächstbesten Ort niederlassen, wo gerade ein Adler auf einem Feigenkaktus flaniert und mit einer Schlange streitet. Nun, man war leichtgläubig. Gesagt, getan. Das Dorf Tenochtitlán war anfangs noch etwas mickrig, aber da man eh nichts besseres zu tun hatte, wurden wilde Tempel und Paläste gezimmert. Nach ein paar Jährchen war das Nest dann so nett und heimelig, daß die Touristen in Scharen eingeflogen wurden (man nannte es damals auch das Davos von Nordamerika). Aber dieser Trubel ging wiederrum den spanischen Konquistadoren (Vorgänger der Immobilienhaie) so auf den Sack, daß sie die Stadt einfach platt machten. Das war das Ende der Azteken. Sendeschluss. So kurz nach 1500.

Also wurde aus dem Ländchen die erste spanische Kolonie, Neuspanien (Warum nennen Eroberer eigentlich ihre Kolonien immer “Neu XY”? Warum nicht “Geklautes XY” oder “XY, wo wir die Eingeborenen erschlagen haben”? Naja, egal). Der erste Vizekönig des schönen Reiches war Diego Kolumbus, der erste Sohn von Vater Christoph (für die Ungebildeten: Das war der erste Mann auf dem Mond).

Das ging eine Weile ganz gut (so bis 1810), dann kam wieder ein Priester auf die Idee, man könnte für die Unabhängigkeit von Mexico kämpfen (nachdem Napoleon sich sowieso grad Spanien unter den Nagel gerissen hatte, cleveres Timing). Nach nur zwölf Jährchen Krieg war man unabhängig und vorerst glücklich. (Kaum hatte man sich aber an die ruhigen Umstände gewöhnt, kamen die fuckin´ Yankees und zettelten wieder eine Krieg an, aber das ist eine andere Geschichte.)

Jedenfalls wurde auf den Ruinen des ehemaligen Tenochtitlán (wir erinnern uns) das heutige Mexico City erbaut (Wenn die alten Priester wüssten, wie hektisch es heute dort zugeht, würden sie sich in Ihren Tempelgruften umdrehen).

Damit aber die lieben Aztekenpriester mit Ihrer Adler-Kaktus-Schlange-Story nicht in Vergessen gerieten, wurde das AKS-Wappen sogar in die Staatsflagge aufgenommen. Schön, oder?

Und das nächste mal erzähle ich Euch, warum man Tequila bei Zimmertemperatur trinken sollte (und schon gar nicht mit Salz und Zitrone, Ihr Proleten).

¡Buen fin de semana!

Nichts wie weg! oder The Happy Mexican

August 23, 2006

95_0.jpgHeute im Morgengrauen. Dr. Jekyll auf dem Weg zum Froschen. Wegen Erkältung und allgemeiner Morgenmuffeligkeit noch sehr begrenztes Sichtfeld. Da liegt plötzlich ein Flugticket auf der Strasse. Ich schaute mich um, keiner da. Schnapp also das Ticket, abgrundtiefe Neugierde. Ticket ausgestellt auf Mexico City nach Friedrichshafen via Frankfurt und zurück. Der Rückflug: Heute!

Es war grad mal acht Uhr, der Flug um elf, also genug Zeit, die Koffer zu packen, einen Ausweis zu fälschen, und auszuwandern!

Hab mich dann aber daran erinnert, daß in Mexico City jede Minute einer erschossen wird, und es vor lauter Smog, Krach und Hitze gar nicht auszuhalten ist, von meinem Spanisch mal ganz abgesehen.

Plan geändert.

Lusthansa angerufen, Nummer hinterlassen. Fünfzehn Minuten später Anruf einer LH-Dame, aufgeregt, als ob Haus und Hof brennen würden. Ticket beim Pförtner hinterlegt und der Azteke es abgeholt.

Anruf vom Flughafen. Der Mexicano. Er arbeitet auf dem gleichen Firmengelände wie Dr. Jekyll (aber anderer Laden) und war zu Besuch von der Texmex-Niederlassung. Kommt zurück im Januar und will mich dann beschenken.

Jetzt herrscht Vorfreude wie an Weihnachten. Warten aufs Mexikokind.

Was bringt der mir wohl mit? Aufblasbaren Kaktus? Doppelmagnumflasche Tequila? Einen farbenfrohen Sombrero? Gar nichts?

Wenn nur schon Januar wäre…  

online personality test

August 15, 2006

untitled1.jpgDr. Jekylls result: 

You are easy-going and independent. You do not need to be the center of attention, instead you graciously let others take center stage.

You have no set plans, rather you prefer to “go with the flow,” relying on your sharp instincts and intuition as situations present themselves to you. You are very social and popular, yet you are perfectly happy going off alone to persue your interests. There is a quiet confidence about you.

Not that bad I must say!

Danke an das Scheisshaus Reithinger und den Rest der Welt

August 10, 2006

Wie schön zu erfahren, daß des Vaters hart ersparte Kohle bei einer Fuckbank deponiert war, welche nun dicht macht und nicht ausreichend versichert ist, um auch schön zurückzubezahlen. Hat er echt nicht verdient, nachdem er sein ganzes Leben als Arbeiter gebuckelt hat, um dann krank von Kopf bis Fuß in Rente zu gehen. Blöderweise (im wahrsten Sinne des Wortes) hat auch meine liebe Schwester nichts davon mitbekommen, obwohl sie ihre drei Kröten bei derselben Bank liegen hatte. Ich könnte kotzen.

Dr. Froscher

August 7, 2006

Es ist nicht zu fassen, Dr. Jekyll kommt hier erstmal nicht mehr zum bloggen. Heute beginnt meine zweite Woche in der Froschung, und mein lieber Herr Gesangsverein, ganz schön was zu tun. Ich werde mit Literatur zugeschüttet, begleite Versuche (oder steh daneben und versuche zu verstehen) und versuche selber (Selbstversuch?) einen guten Eindruck zu machen.
Um den Lesern meinen ersten Eindruck zu vermitteln: Ich bin grad in die fünfte Klasse gekommen, und man hat mir in aller Deutlichkeit gezeigt, was zum Abitur alles ansteht. Nur hab ich keine neun Jahre Zeit, verdammt!

Aber ich will nicht klagen, ich wollte es so, und das Hirn wieder mal auf Drehzahl zu bringen, ist auch ganz gut (oder wie Miss Mauve es so nett ausgedrückt hat: “dann hast du schon nicht mehr so viel Zeit zum Saufen”). Die Kollegen sind rundum nett zu mir (bis jetzt), mein Chef ist etwas hektisch, aber das gewöhne ich ihm noch ab. Und es wird nicht mehr im Großraumbüro mit Dauerpegel 85 dBA gearbeitet, sondern in einer Doppelzelle mit Blick ins Grüne. Mein Mitbewohner ist ein junger Spanier, der zwar etwa so gut Deutsch spricht wie ich Spanisch, aber sonst ein witziger und anständiger Kerl zu sein scheint.

Jetzt bin ich erstmal am Arsch und geh heim, sind auch schon wieder elf Stunden für heute. Wo soll das bloß enden?