Nachtschicht
June 29, 2006Am gestrigen Abend bei Freund C seinen 36. Geburtstag begossen. In einem Anfall von Selbstlosigkeit hatte ich mich vorab als Sous Chef de BBQ zur Verfügung gestellt, stand also am Grill. Obwohl die Dame des Hauses der gehobenen Gastronomie entspringt, war das Angebot an fleischlichen Delikatessen etwas dürftig. Aber man will ja nicht meckern, so waren wenigstens die etwa dreissig Gäste nach einer Stunde bereits voller Billigschnitzel, satt und zufrieden, der Job getan. Dr. Jekyll konnte sich gemütlich der Konversation und dem Bierdegustieren widmen, war allerdings bestürzt, daß die meisten Ärmelschoner schon vor Mitternacht verschwanden. Kann man nicht mal einen Tag etwas abgeschlafft zur Arbeit gehen, ging doch früher auch? Werden die Leute schon alt oder ich einfach nicht erwachsen? Egal, ich hatte gottseidank Vollpension gebucht.
Es ist ja nicht mehr auszuhalten. Gestern gemeinsam mit 
Zwei Tage letzte Woche mit Mike aus Wisconsin an den heimischen Bars das Wiedersehen, die WM, deutsches Bier, und das Leben an sich gefeiert. Viel gelacht, gesoffen, erzählt. Zu später Stunde erzählte Dr. J. dann vom blog, yankees wissen ja wenigstens über dieses Thema Bescheid. Aufgrund der Frage, warum mein blog diesen Namen trägt, begründete ich die Wahl mit ein paar (der harmloseren) Anekdoten aus meinem Leben, und versicherte dem guten Mike, daß er bisher nur Dr. Jekyll kenne, es aber auch einen Mr. Hyde gebe.
Heute morgen schreitet ganz unverhofft unser Yankee-Kollege Mike H. ins Büro. Mike beackert im Amiland den Markt mit dem gleichen Schrott wie wir, und kommt jährlich für ein paar Tage vorbei, um zu diskutieren, vor allem aber, um deutsches Bier zu saufen. Freundliche Kollegen wir wir sind, lassen wir ihn natürlich nicht alleine losziehen. Mike schlägt inzwischen aber die Kneipen vor, er kennt sich ja bestens aus im Städtchen und ist immer ganz begeistert. Heute abend wird der Auftakt im Irish Pub stattfinden. Hier fällt es auch nicht auf, wenn man ein bischen müffelt, Mikes Koffer ist nämlich leider nicht mit ihm angekommen und bis auf weiteres verschollen.
Gestern wohnte Dr. J. seinem ersten WM-Spiel im lokalen Pub bei (Den ersten Kick unserer Wadenelf verbrachte ich im Zug). Eigentlich bin ich ja der Anti-Sportschau-Mensch. Vor der Glotze zu hocken und anderen beim Schwitzen zuzuschauen ist schon ein etwas seltsames Hobby, oder irre ich da? Aber wenn nun schon mal der globale Ballwahnsinn in diesem Land tobt, gibt man sich irgendwann geschlagen, es wird ja eh über nichts anderes mehr geredet (Wussten Sie schon, daß die Wade heute abend mitkickt? Garantiert!). Gestern nun rannten die Taschenmesser gegen die Froschschenkelfresser (my personal enemy) um die Wette. Kein wirklich prickelndes Spiel, aber dank der richtigen Lokalität, und begleitet von einigen pints, war es ganz gut zu ertragen.
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